Microsoft überzeugt nicht

Der Softwarehersteller Microsoft kann den Umsatz mit Windows zwar steigern, doch weit weniger stark als vor drei Jahren nach dem Launch von Windows 7. Schwäche in der Business-Division und im Online-Geschäft.

2013-01-29_2

Microsoft präsentierte gestern Abend gemischte Zahlen, denn einerseits wächst das Geschäft mit Windows stark und es ist auch profitabel, andererseits leidet der Konzern im Online-Geschäft und in der Business-Division. Gesamthaft hat Redmond im Weihnachtsquartal 21,46 Milliarden Dollar umgesetzt, was im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum um 2,7 Prozent entspricht. Ebenfalls um etwas weniger als 3 Prozent schrumpfte allerdings der Betriebsgewinn auf 7,77 Milliarden Dollar. Unter dem Strich betrug der Nettogewinn 6,38 Milliarden Dollar und damit 3,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Langsamer Start

Mit Windows-Lizenzen hat Microsoft im vergangenen Quartal 5,88 Milliarden Dollar umgesetzt (+24 Prozent) und 3,29 Milliarden Dollar verdient (+14,4 Prozent). Darin enthalten sind aber Vorverkäufe von Windows 8 für 783 Millionen Dollar. Berücksichtigt man dies, wäre der Umsatz
nur um 11 Prozent gewachsen. Bisher hat Microsoft 60 Millionen Windows-8-Lizenzen verkauft.

Für ein Weihnachtsquartal mit einem neuen Betriebssystem ist das eher enttäuschend, vor allem wenn man bedenkt, dass die Umsätze in der Windows-Division nach dem Launch von Windows 7 vor drei Jahren um 70 Prozent wuchsen. Andererseits muss man auch berücksichtigen, dass der PC-Markt aktuell rückläufig ist.

Microsoft selbst ist Ende Oktober mit dem Surface-Tablet ins PC-Geschäft eingestiegen. Der Software-Konzern äusserte sich aber nicht zu den Verkaufszahlen des Surface. Kenner gehen davon aus, dass Microsoft eine Million Tablets im vergangenen Quartal verkauft haben könnte. Zum Vergleich: Apple hat im gleichen Zeitraum 23 Millionen iPads verkauft.

Server gut, Office schlecht

Im Bereich Server and Tools konnte Microsoft den Umsatz um 9,5 Prozent auf 5,19 Milliarden und den Betriebsgewinn um 8,8 Prozent auf 2,12 Milliarden Dollar steigern. Schlecht sieht es hingegen in der Business-Division aus, die auch die Umsätze von Office enthält: Hier schrumpften die Verkäufe um knapp 10 Prozent auf 5,69 Milliarden Dollar und der Betriebsgewinn sank um 15 Prozent auf 3,57 Milliarden Dollar. Der Gewinnrückgang muss Microsoft zu denken geben, denn die Business-Division ist die profitabelste. Microsoft hofft wohl darauf, dass die neue Office-Generation ab dem nächsten Quartal wieder für Wachstum sorgen wird.

Im Online-Geschäft verliert Microsoft derweil weiterhin Geld. Immerhin schaffte es der Konzern, den Verlust im Jahresvergleich von 460 auf 280 Millionen Dollar zu verringern. (mim)

(Quelle: inside-it.ch | 25. Januar 2013)

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